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Salwaro

Aus Zauber-Lexikon
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Salwaro auf der Titelseite der MW, Heft 3, 1955, 4. Jahrgang
Salwaro führt das Becherspiel vor

Salwaro (* 19. Februar 1902 als Erich Möckel; † 22. Mai 1964) war ein deutscher Zauberkünstler und Zauberhändler in Gelsenkirchen.

Leben

aus Magische Welt, Heft 3, 4. Jahrgang, 1955
Ich glaube, es ist jetzt 5 Jahre her. – Ein für mich neuer Gast war zu einem Magiertreffen nach Köln gekommen. Ich erkannte ihn sofort – es war Salwaro. Sein Bild hatte ich mehrmals in Zeitschriften gesehen. „Ah", strahlte ich über das ganze Gesicht, „das ist Salwaro, nicht wahr?! Schön, dass ich Sie mal kennenlerne! – Mein Name ist Geissler!"

Salwaro reichte mir mit einem süß-sauren Lächeln flüchtig die Hand. Ich hatte nicht den Eindruck, als sei die Freude auf beiden Seiten groß. Zu einer Unterhaltung kam es nicht. - In der folgenden Zeit begegnete ich Salwaro öfters. Ganz langsam kamen wir uns ein wenig näher. – Trotzdem: „ Ein komischer Kauz, dieser Salwaro", dachte ich damals mehr als einmal, „man weiß nicht recht, was man von ihm halten soll". Und Salwaro dachte bestimmt genau so von mir (ich möchte darauf schwören).

Die Jahre gingen dahin. Man schrieb sich schon mal, meist kurz und unpersönlich. Dann häufte sich der Briefwechsel. Und ganz plötzlich wurde aus der anfangs recht unpersönlichen Korrespondenz ein fast freundschaftlicher Briefwechsel. Und heute – nachdem ich Gelegenheit hatte, Salwaro einmal bei einem Besuch in Düren näher kennenzulernen – weiß ich: Salwaro ist ein „Pfundskerl"! Unkompliziert und geradeheraus sagt er seine Meinung meist frei von der Leber weg. Auf der anderen Seite ist er kein Freund von langen Reden. Ich vergesse es nie, wie bei einem Magiertreffen ein rundes Dutzend Vereinsleute lange, klangvolle Ansprachen gehalten hatten und man dann Salwaro aufforderte, auch noch eine Rede zu halten; wie Salwaro aufstand und nur sagte: „Meine Herren, was soll ich denn noch sagen? Es haben schon so viele Herren vor mir alles gesagt, so daß ich nichts zuzufügen wüßte!" Das war mutig, originell und – mir gefiel's! Nun ist Salwaro Mitarbeiter an der M.W. geworden. Er will – so hat er versprochen – laufend für die M.W. schreiben. Wir haben damit einen neuen Fachmann und ich glaube auch einen Freund in unsere Reihen bekommen. Lassen wir Salwaro jetzt einmal etwas über seine magische Laufbahn berichten -– „Na, Salwaro, wie war's denn bei Ihnen mit der Zauberei? Schießen Sie mal los!" „Och, Kinners, was soll ich da schon erzählen. Mit knapp 17 wurde ich Artist. Und dann .." »Mit 17 Zauberer?" „Nein, nein, Klischnigger und Jongleur! Dann lernte ich die ersten Zaubertricks so nebenbei. Tja, und dann war's eben passiert. Es war bei mir nicht anders als bei vielen anderen. Man lernte die Zauberkunst schätzen und war und blieb ihr verfallen. Das ist alles!" „Ja, und wo zauberten Sie überall?" „Mit meiner Frau bereiste ich während des letzten Krieges ganz Deutschland und einen Teil Europas. Vom Norden bis zur Biskaya und vom Mittelmeer bis zum Osten. – Ja, und nach dem Krieg ging ich eben unter die Zaubergerätehändler. Das ist alles. Das andere wissen Sie selbst! Schluss damit!" - Ja, so ist Salwaro. Kurz angebunden und ein wenig polternd. Aber – wie gesagt – ein „Pfundskerl". Und wir sind stolz darauf, daß er zur M.W. hält und diese mit seiner ehrenamtlichen Mitarbeit unterstützt.
Werry

Anmerkungen

Salwaro wurde noch einige Jahre von seiner äußerst lebendigen Frau und Bühnenpartnerin Mimi überlebt, die nach und nach den Restbestand des Lagers verkaufte. [1]

Veröffentlichungen

  • Kartenkabinett, Magische Welt, Heft 3, 4. Jahrg., 1955, Seite 74
  • Milch Paradox, Magische Welt, Heft 2, 4. Jahrg. 1955, Seite 41
  • Leitkarten, Magische Welt, Heft 5, 5. Jahrgang, 1956, Seite 148
  • Wie fertigt man Federblumen an?, Magische Welt, Heft 2, 5. Jahrgang, 1956, Seite 49

Quellen

  • Nachruf in: Magie, Heft 7, 1964, Seite 227

Nachweise

  1. Wolfgang Kaps im Gespräch mit Wittus Witt um 1970