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Zauberphilosophische Geschichten

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Zauberphilosophische Geschichten

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Untertitel 75 Minaturen zwischen Illusionskunst und Philosophie
Idee/Autor Andreas Michel-Andino
Verlag Magische Welt
Ersch.-Jahr 2022
Umfang 96 Seiten
Größe 24 x 17 cm
Land Deutschland
Sprache Deutsch


Zauberphilosophische Geschichten ist der Titel einer Autobiographie des Zaubereres Andino. Der Untertitel lautet: 75 Minaturen zwischen Illusionskunst und Philosophie

Rezeption

Andino ist der bekannteste deutschsprachige Zauberphilosoph, wobei genregleiche Kollegen nicht häufig anzutreffen sind. Schon lange sammelt er seine Geschichten, Anekdoten und Erinnerungen, doch erst ein gesundheitlicher Schicksalsschlag öffnete einen Raum, diese zu ergänzen und als eigenes Werk zu veröffentlichen. Die kurzen, meist eine Buchseite umfassenden und Miniaturen genannten Lebenserzählungen haben, auch weil sie fast eine chronologische Abfolge aufweisen, deutlich autobiographischen Charakter. Doch Andino möchte darüber hinaus dem von ihm Erlebten einen philosophischen Gehalt abringen, denn Philosophie ist durchaus harte Arbeit. Er gibt vor, mit den Miniaturen unterhalten zu wollen, wobei die vorliegende Sammlung für seine zuschauenden Laien oder Interessierte und nicht für Zauberer konzipiert wurde. Doch definiert der Autor gerne differenzierter und sieht in der Unterhaltung eher ein (existentielles) Spiel, in dem der Mensch ganz Mensch sein kann. Manche Miniaturüberschrift wie: „Hier bist du richtig“ ist dann selbstverständlich mehrdimensional und lässt eine Aura jahrelanger Diskurse über Wahrheit sowie richtig und falsch erahnen. Die lesende Zielgruppe muss sich darauf einlassen, dass es nur vorläufige, ja tageweise Richtigkeiten gibt, bis der nächste genial erdachte Widerspruch alles Vorhergehende über den Haufen werfen kann. Das ist irritierend. Bei den meisten Geschichten stehen Alltagsthemen der Privatperson und des Berufszauberers Andino im Mittelpunkt; die Pointe wird regelmäßig humorvoll formuliert. Man muss dann nicht tiefer denken, aber man kann. Andino ehrt seine Lehrmeister und Lebensbegleiter mit prägnanten Betrachtungen ihrer Originalität, formuliert ferner (herausfordernde) Alltagsbegebenheiten in ihrer unsterblichen Vieldeutigkeit, zumindest Dualität und erfreut sich an der Eigenwilligkeit, wenn man einfach alles durch eine philosophische Brille anblicken kann. Er selbst vermag zu verschiedenen Geschichten auch passende magische Routinen vorzuführen, welches einerseits sein Markenzeichen ist und andererseits seine Einzigartigkeit ausmacht. Da die Konzeption des Werkes keine korrespondierenden Routinevorschläge beinhaltet, müsste der lesende Zauberer dies selbst umsetzen, wollte er Geschichten aus diesen Fundus magisch nutzen. Bei konkreten Themen, wie der Münzwurf einer alten Dame in den Getränkebecher des an einem Eingang stehenden Andinos, mag das einfach erscheinen. Doch bei komplexen philosophischen Phänomenen, wie beim „Papagei“, bedarf die Suche nach einer Routinezuweisung oder -abfolge Inspiration: Andino wollte einer Kunstmalerin das Bild mit dem „Papagei“ abkaufen. Dies Ansinnen verwirrte sie; hatte sie doch zu keiner Zeit an einen Papagei gedacht, als sie das abstrakte Werk erschuf. Andino verwarf nun den Kauf, da die Intention der Schöpferin nicht mit seiner Weltinterpretation übereinkam. Warum, wodurch oder wie lange existiert(e) nun der „Papagei“? Wer sich hier hineinstürzen kann, der beachte die Werke von Andino.

Fazit: ein biografisches Werk eines einzigartigen Zauberers, der seine Lebenserinnerungen philosophisch beleuchtet.

Quellen