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Bobby Lugano

Aus Zauber-Pedia
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Bobby Lugano auf dem Deckel eines Zauberkastens der Firma Hausemann&Hötte

Bobby Lugano (* 27. November 1917 als Kurt Drössler; † 19. März 1994) war ein österreichischer Zauberkünstler.

Leben

Von Hause aus war Bobby Lugano Tiefbauingenieur. Seinen Künstlernamen entnahm er seiner damligen Postition im Zweiten Weltkrieg, als er dem Luftgau Norwegen zugeteilt war: Lu-Ga-No.

1964 wirkte er in einer mehrteiligen Fernsehserie mit, in der er als Zauberkünstler agierte. Nicht verzagen – Stangl fragen.

Danach wirkte er in vielen weiteren Sendungen mit: „Bobby und Strolchi“, „Bobby und die Wunderlampe“.

Bis zu seinem Tod in einer Privatklinik in Döbling besaß Bobby Lugano ein kleines Café in Breitensee (Wien) auf der Hütteldorfer Straße.

1984 erschien ein Zauberkasten der Firma Hausemann & Hötte/Jumbo mit einem Foto von ihm auf dem Deckel: Hocus Pocus mit Bobby Lugano.

Besprechung in der Magischen Welt von 1988, Heft 2

Am 22. April dieses Jahres wurde Bobby Lugano im Wiener Rathaus die EHRENMEDAILLE DER BUNDESHAUPTSTADT WIEN durch Bürgermeister HELMUT ZILK verliehen. Ein weiterer Höhepunkt einer Karriere, die wohl ihresgleichen sucht. Der „HEXER VON WIEN“ – wie er liebevoll genannt wird – konnte außerdem im letzten Jahr seinen siebzigsten Geburtstag und sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern. Aber das war noch lange nicht alles. Weiters ist er fünfzig Jahre Mitglied im MAGISCHEN KLUB WIEN (derzeitiger Präsident P. H. KERSTEN), dreißig Jahre für das Österreichische Fernsehen tätig, und „ebenbei“ besitzt er auch schon dreißig Jahre ein Espresso, das ein beliebter Künstlertreff geworden' ist. („Wenn ich gewusst hätte, wie ich noch ins Geschäft komme, hätte ich die zusätzliche Arbeit mit dem Espresso nicht angefangen.“) Ein Jubiläumsreigen, den man wahrlich nicht alle Tage feiern kann.

Und im Januar 1979 bekam er bereits das GOLDENE VERDIENSTZEICHEN DES LANDES WIEN. In der Schule „zauberte“ sich Lugano durch seine Fähigkeiten bessere Noten. Bei der Bundeswehr konnte er durch die Zauberkunst profitieren, indem er im Fronttheater auftrat, was sicher auch weitere Vorteile mit sich brachte. Stationiert war er damals im LUftGAu NOrwegen, wodurch – wie Sie erkennen können – sein Künstlername entstand. Seine vier bei Kriegsende im Atlantik versunkenen Zauberkoffer liegen wahrscheinlich immer noch dort unten.

In früheren Jahren reiste Lugano quer durch Europa und gastierte in fast allen führenden Varietes, die es leider zum größten Teil heute nicht mehr gibt. Einige Jahre erregte er mit seinem mechanischen Roboter SABOR Aufsehen, der auch selbst zauberte. Doch ab 1945 gab Bobbby hauptsächlich Wien den Vorzug und wandte sich großteils dem sehr jungen Publikum – sprich: den Kindern – zu. Seitdieser Zeit ist erwohl DER Kinderzauberer schlechthin. Man muss sicherlich lange suchen, um einen gleichwertigen Künstler auf diesem Gebiet zu finden. (Speziell die vielen selbsternannten „Pädagogen“ sollten bei ihm in die Lehre gehen.) Man sollte einmal erleben, wie er mit den Kindern umgehen kann und sie in seinen Bahn zieht. Ständig wechseln Staunen und Lachen. Man möchte doch tatsächlich selber wieder zum Kind werden.

Bobby Lugano hat Kabarett gemacht, Theater gespielt, Filme gedreht und ist dabei, seit das Österreichische Fernsehen seine ersten Sendungen ausstrahlte. Unglaublich, wie oft er vertreten war: 1956 machte er zwölfmal „DIE SPIELDOSE“ über zweihundertmal „BOBBY UND STROLCHI“, eine GuteNacht-Sendung für die Kleinsten, bei der ihn ein sprechender Stoffhund von der Puppenbühne KINDLER begleitete – eben Strolchi. Ebenfalls zweihundertmal wirkte er in "„AM DAM DES“ mit. Drei Jahre lang machte er eine eigene Sendung, die unter dem Titel „BOBBY UND DIE WUNDERLAMPE“ (zur Zeit wieder eine neue Senderreihe von zehn Folgen) im Österreichischen Fernsehen gezeigt wurde. Dazu kommen noch achtzig Ausstrahlungen von „DER ZAUBERLADEN“ mit HABAKUK, dem lachenden Clown, in dessen Figur sich ARMINIO ROTHSTEIN verbirgt.

Sein Marionettentheater ARLEQUIN ist in Wien eine sehr beliebte Einrichtung bei den Kindern. Natürlich war Lugano aber auch stets für das erwachsene Publiaktiv. Wenn wir beim Fernsehen bleiben wollen, sind unter den vielen Sendungen fogende erwähnenswert: 1960 die Serie „NICHT VERZAGEN – STENGL FRAGEN“ mit vier Folgen. Darin handelt es sich um einen heruntergekommenen Zauberkünstler, der von einem Freund moralisch aufgebaut wird und wieder hochkommt. Und in der ersten großen Fernsehschau war Lugano natürlich – wen wundert's – auch präsent. Sie hieß „DER BUNTE SCHIRM“ und wurde im berühmten (Ex-)Variete RONACHER veranstaltet.

Quellen

  • Programmheft zur Festveranstalung 100 Jahre Magischer Klub Wien, Seite 21
  • Magische Welt, 37. Jahrgang, 1988, Heft 2, Seite 144 ff.