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Werner Ribka: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Werner Ribka''' (* [[10. April]] im 19. oder 20. Jahrhundert; † im 20. Jahrhundert um oder nach 1970<ref>Meldung über retournierte Post in: Magie, 57. Jahrgang, Heft 12, Dezember 1977, Seite 350</ref>) war ein deutscher Berufszauberkünstler.
'''Werner Ribka''' (* [[10. April]] im 19. oder 20. Jahrhundert; † im 20. Jahrhundert um oder nach 1970<ref>Meldung über retournierte Post in: Magie, 57. Jahrgang, Heft 12, Dezember 1977, Seite 350</ref>) war ein deutscher Berufszauberkünstler., der vor allem in den 1940er- und 1950er-Jahren auf Varieté-, Kabarett- und Theaterbühnen in Deutschland sowie im Rahmen amerikanischer Truppenbetreuung auftrat. Er war insbesondere für seine Manipulationsdarbietungen bekannt.


== Leben ==
== Leben ==
Werner Ribka war ein deutscher Zauberkünstler, der insbesondere in Varietéspielplänen deutscher und internationaler Bühnen auftrat. In Programmfolgen mit Spitzenkünstlern wurde er häufig als letzter Künstler angekündigt. Seine Darbietungen fanden wiederholt Beachtung in der Presse.
Werner Ribka stammte aus Hindenburg in Oberschlesien. Bereits im Kindesalter entwickelte er ein starkes Interesse an der Zauberkunst und verwendete nach eigenen Berichten schon im Alter von sieben und acht Jahren sein Erspartes für zauberische Requisiten. Seine Eltern begegneten diesen Ambitionen mit geringem Verständnis. Nach dem Schulabschluss absolvierte Ribka einige Semester eines technischen Studiums, das er jedoch nicht mit voller Überzeugung betrieb.


Ribkas Programm basierte auf klassischen Kunststücken der Zauberkunst, die er in eigener Ausgestaltung präsentierte. Zu seinen bekannten Effekten gehörten unter anderem die Verwandlung eines Stocks in zwei sich vermehrende Tücher, das Hervorbringen mehrerer Ping-Pong-Bälle aus dem Mund, das Verschwinden einer Kerze, das Erscheinen eines Tuchs an deren Stelle, ein Kartenwasserfall sowie die Verwandlung einer zerknüllten Zeitung in einen Blumenstrauß. Weitere Bestandteile seines Programms waren das Verschlucken von Rasierklingen sowie ein Ringspiel mit verschiedenen Ver- und Entkettungen, darunter Figuren wie Schaukel, Rose und Uhrkette. Diese Kunststücke entsprachen etablierten Formen der Zauberkunst, unterschieden sich jedoch durch Ribkas individuelle Präsentation.
Während des Zweiten Weltkriegs trat Ribka häufig vor Soldaten auf. Nach Kriegsende entschloss er sich endgültig, die Zauberkunst zum Beruf zu machen. Er begann unmittelbar danach, in amerikanischen Truppenshows aufzutreten, wo er regelmäßig engagiert wurde und über einen längeren Zeitraum neue Verträge erhielt. In amerikanischen Truppenzeitungen erschienen mehrfach positive Besprechungen seiner Darbietungen; dort wurde er aufgrund äußerlicher Ähnlichkeit und seiner Bühnenwirkung als „Liberace of Magic“ bezeichnet.


Ein charakteristisches Merkmal seiner Auftritte war eine ausgeprägte mimische und gestische Ausdrucksweise. Ribka trat teilweise ohne gesprochene Sprache auf und entwickelte eine eigene Form der nonverbalen Ansprache. Sein Auftreten war sorgfältig ausgearbeitet, und er verstand es, durch sein Spiel eine intensive Einbindung des Publikums zu erreichen.
Parallel zu seinen Auftritten für die amerikanischen Streitkräfte trat Ribka regelmäßig auf deutschen Bühnen auf. Er gastierte in zahlreichen Varietés und Kabaretts Südwestdeutschlands bis Frankfurt am Main sowie später auch in größeren Theatern Norddeutschlands.


Der erste intensivere Kontakt Ribkas mit der Zauberkunst ergab sich während des Zweiten Weltkriegs, als er vor Soldaten auftrat. In der Nachkriegszeit spielte er auch vor amerikanischem Publikum. Aufgrund begrenzter Englischkenntnisse trat er dort ebenfalls stumm auf, was der Verständlichkeit seiner Darbietung keinen Abbruch tat. Seine Auftritte wurden vom amerikanischen Publikum positiv aufgenommen.
== Künstlerisches Profil ==


Nach der Währungsumstellung wurde Ribka weiterhin engagiert, auch als sich die Situation für Zauberkünstler mit dem Aufkommen neuer Unterhaltungsformen veränderte. Er trat sowohl in kleineren Räumen als auch auf größeren Varietébühnen auf, die in Deutschland nach dem Krieg wieder entstanden. Dabei passte er seine Spielweise den jeweiligen räumlichen und publikumsspezifischen Gegebenheiten an. Er verfügte über ein Gespür dafür, seine Darbietung je nach Publikum unterschiedlich zu akzentuieren.
Ribkas Darbietungen bestanden überwiegend aus klassischen Manipulationen, die er in eigener Ausgestaltung präsentierte. Zu seinem Repertoire gehörten unter anderem Tuch-, Ball- und Kartenmanipulationen, die Verwandlung einer Zeitung in einen Blumenstrauß, das Verschlucken von Rasierklingen, eine Blitzbefreiung aus einer um den Hals geschlungenen Seilschlaufe sowie eine umfangreiche Vorführung des Ringspiels.


Ribkas Programm zeigte, dass nicht neuartige Effekte, sondern bewährte Kunststücke der Zauberkunst beim Publikum nachhaltige Wirkung erzielen konnten. Insbesondere das [[Ringspiel]], ein vielfach beschriebenes und vorgeführtes Kunststück, gehörte zu den zentralen Elementen seines Repertoires. Seine Arbeitsweise verdeutlichte die Möglichkeit, traditionelle Inhalte der Zauberkunst durch individuelle Interpretation fortzuentwickeln.
Ein charakteristisches Merkmal seiner Arbeit war der häufige Einsatz nonverbaler Darstellungsmittel. Ribka trat teilweise ohne gesprochene Sprache auf und entwickelte eine ausgeprägte mimische und gestische Ausdrucksweise. Diese Form der Präsentation ermöglichte ihm auch Auftritte vor nicht deutschsprachigem Publikum.


1952 wurde Werner Ribka im Verein [[Magischer Zirkel von Deutschland]] aufgenommen.  
Besondere Aufmerksamkeit fand seine Tätigkeit im Kabarett, insbesondere seine Fähigkeit zur sogenannten „Umringt-Arbeit“, bei der das Publikum den Künstler nicht nur frontal, sondern auch seitlich oder rückwärtig umgibt. Diese Arbeitsweise erforderte eine hohe technische Präzision und Routine, um unerwünschte Einblicke in die Ausführung der Kunststücke zu vermeiden.


Am 29. Juni wirkte Werner Ribka in einer Fernsehsendung mit.<ref>Magie, 42. Jahrgang, Heft 10, Oktober 1962, Seite 283</ref>  
== Rezeption ==
In Programmfolgen mit Spitzenkünstlern wurde Ribka häufig als letzter Künstler angekündigt. Seine Auftritte fanden wiederholt Beachtung in der Presse. Kritiken hoben insbesondere die Geschicklichkeit seiner Hände, die fließenden Übergänge zwischen den Effekten sowie die visuelle Wirkung seiner Manipulationen hervor.
 
== Mitgliedschaften und Medienauftritte ==
* 1952 wurde Werner Ribka im Verein [[Magischer Zirkel von Deutschland]] aufgenommen.
* Am 29. Juni 1962 wirkte Werner Ribka in einer Fernsehsendung mit.<ref>Magie, 42. Jahrgang, Heft 10, Oktober 1962, Seite 283</ref>  


== Quellen ==
== Quellen ==
* Titelgeschichte in: [[Magie]], 35. Jahrgang, Heft 9, September 1955
* Titelgeschichte in: [[Magie]], 35. Jahrgang, Heft 9, September 1955
* Porträt in: [[Magisches Magazin]], 5. Jahrgang, Heft 2, Mai 1955, Seite 32


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Aktuelle Version vom 30. Januar 2026, 12:28 Uhr

Werner Ribka, um 1950

Werner Ribka (* 10. April im 19. oder 20. Jahrhundert; † im 20. Jahrhundert um oder nach 1970[1]) war ein deutscher Berufszauberkünstler., der vor allem in den 1940er- und 1950er-Jahren auf Varieté-, Kabarett- und Theaterbühnen in Deutschland sowie im Rahmen amerikanischer Truppenbetreuung auftrat. Er war insbesondere für seine Manipulationsdarbietungen bekannt.

Leben

Werner Ribka stammte aus Hindenburg in Oberschlesien. Bereits im Kindesalter entwickelte er ein starkes Interesse an der Zauberkunst und verwendete nach eigenen Berichten schon im Alter von sieben und acht Jahren sein Erspartes für zauberische Requisiten. Seine Eltern begegneten diesen Ambitionen mit geringem Verständnis. Nach dem Schulabschluss absolvierte Ribka einige Semester eines technischen Studiums, das er jedoch nicht mit voller Überzeugung betrieb.

Während des Zweiten Weltkriegs trat Ribka häufig vor Soldaten auf. Nach Kriegsende entschloss er sich endgültig, die Zauberkunst zum Beruf zu machen. Er begann unmittelbar danach, in amerikanischen Truppenshows aufzutreten, wo er regelmäßig engagiert wurde und über einen längeren Zeitraum neue Verträge erhielt. In amerikanischen Truppenzeitungen erschienen mehrfach positive Besprechungen seiner Darbietungen; dort wurde er aufgrund äußerlicher Ähnlichkeit und seiner Bühnenwirkung als „Liberace of Magic“ bezeichnet.

Parallel zu seinen Auftritten für die amerikanischen Streitkräfte trat Ribka regelmäßig auf deutschen Bühnen auf. Er gastierte in zahlreichen Varietés und Kabaretts Südwestdeutschlands bis Frankfurt am Main sowie später auch in größeren Theatern Norddeutschlands.

Künstlerisches Profil

Ribkas Darbietungen bestanden überwiegend aus klassischen Manipulationen, die er in eigener Ausgestaltung präsentierte. Zu seinem Repertoire gehörten unter anderem Tuch-, Ball- und Kartenmanipulationen, die Verwandlung einer Zeitung in einen Blumenstrauß, das Verschlucken von Rasierklingen, eine Blitzbefreiung aus einer um den Hals geschlungenen Seilschlaufe sowie eine umfangreiche Vorführung des Ringspiels.

Ein charakteristisches Merkmal seiner Arbeit war der häufige Einsatz nonverbaler Darstellungsmittel. Ribka trat teilweise ohne gesprochene Sprache auf und entwickelte eine ausgeprägte mimische und gestische Ausdrucksweise. Diese Form der Präsentation ermöglichte ihm auch Auftritte vor nicht deutschsprachigem Publikum.

Besondere Aufmerksamkeit fand seine Tätigkeit im Kabarett, insbesondere seine Fähigkeit zur sogenannten „Umringt-Arbeit“, bei der das Publikum den Künstler nicht nur frontal, sondern auch seitlich oder rückwärtig umgibt. Diese Arbeitsweise erforderte eine hohe technische Präzision und Routine, um unerwünschte Einblicke in die Ausführung der Kunststücke zu vermeiden.

Rezeption

In Programmfolgen mit Spitzenkünstlern wurde Ribka häufig als letzter Künstler angekündigt. Seine Auftritte fanden wiederholt Beachtung in der Presse. Kritiken hoben insbesondere die Geschicklichkeit seiner Hände, die fließenden Übergänge zwischen den Effekten sowie die visuelle Wirkung seiner Manipulationen hervor.

Mitgliedschaften und Medienauftritte

Quellen

  • Titelgeschichte in: Magie, 35. Jahrgang, Heft 9, September 1955
  • Porträt in: Magisches Magazin, 5. Jahrgang, Heft 2, Mai 1955, Seite 32

Nachweise

  1. Meldung über retournierte Post in: Magie, 57. Jahrgang, Heft 12, Dezember 1977, Seite 350
  2. Magie, 42. Jahrgang, Heft 10, Oktober 1962, Seite 283