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Viktor Ponrepo

Aus Zauber-Pedia
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Viktor Ponrepo

Viktor Ponrepo (*16. Juni 1858 in Prag; † 4. Dezember 1926 ebenda), mit bürgerlichem Namen Dismas Šlambor, war ein tschechischer Zauberkünstler, Autor und Filmpionier.

Leben

Dismas Šlambor machte zunächst eine Lehre als Vergolder. Da er sich jedoch schon seit seiner Jugend für Zauberkunst und Handschattenspiele begeisterte, bemühte er sich um eine Auftrittserlaubnis und bereiste kleinere Orte in Böhmen und Mähren. Er legte sich das Pseudonym Ponrepo zu, abgeleitet vom französischen Bon Repos (gute Erholung).

Nach einigen erfolgreichen Jahren musste er jedoch feststellen, dass aufgrund der großen Konkurrenz durch andere Schausteller immer weniger Geld zu verdienen war. Da zu dieser Zeit die ersten Filmvorführungen Interesse erregten, beschaffte er sich auch einen Projektionsapparat und fügte kinematographische Vorstellungen zu seinem Programm hinzu.

Bis 1901 reiste Ponrepo mit seinem Zaubertheater und Wanderkino, danach verlegte er seine Tätigkeit endgültig auf das Vorführen von Filmen. 1903 schrieb er das Zauber-Lehrbuch Moderní salonní kouzelnictví (dt.: Moderne Salonmagie).

Am 15. September 1907 eröffnete er das Kino U Modre štiky - das erste dauerhafte Prager Kino. Aus seinen Erfahrungen als Zauberkünstler war Ponrepo die Wirksamkeit eines guten Begleitvortrags bewusst, also begleitete in seinem Kino ein Kommentator die Vorführung der Stummfilme.

1911 drehte er den zweiminütigen Film Ponrepovo kouzelnictví, der ihn selbst als Zauberkünstler zeigt.

Durch den ersten Weltkrieg und die Wirtschaftskrise warf das Kino zunehmend weniger Gewinn ab. Das veranlasste Ponrepo 1924, seine Lizenz für Auftritte als Zauberkünstler zu erneuern. Seinen Plan, Filmvorführungen mit Zauberkunst zu verbinden, konnte er jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verwirklichen.

Ehrungen

Zu Ponrepos 150. Geburtstag gab die Tschechische Nationalbank am 28. Mai 2008 eine 200-Kronen-Gedenkmünze heraus[1].

Ebenfalls zu Ehren Ponrepos erhielt am 4. Dezember 1986 der Asteroid 7332 den Namen Ponrepo[2].

Literatur

  • Moderní salonní kouzelnictví, Prag, 1903

Quellen

  • Krejcir, Miroslav: Wer war PONREPO?, in: Zauberkunst, 4. Jg., Heft 6/1958, S. 141

Weblinks

Nachweise