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Señor Wences

Aus Zauber-Pedia
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Senor Wences, 1962

Señor Wences (* 17. April 1896 in in Peñaranda de Bracamonte als Wenceslao Moreno; † 20. April 1999 in New York, USA) war ein spanischer Bauchredner.

Leben

Señor Wences gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten Bauchredner seiner Zeit. Davor hat er sich auch als Jongleur und Stierkämpfer betätigt.[1]

Mitte der 1930er Jahre zog er in die USA und wurde hier besonders bekannt. So war er mehrere Male Gast in der Ed Sullivan Show.

Die Besonderheit seiner Auftritte liegt in der Verwendungen meherer Stimmen und „Puppen“, die fast gleichzeitig agierten und sprachen. Dazu zählte eine Puppe, dessen Kopf durch die bemalte Hand von Wences dargestellt wurde, ein Kopf, der in einer Kiste lag sowie einen Telefonhörer, durch den er mit einer imaginären Person einen Dialog führte.[2]

Nachruf von Topper Martyn

Magicana, 46. Jahrgang, Nr. 280, Dezember/Januar 2000, Seite 30

Der größte Bauchredner der Welt, dessen Bühnenkarriere fast 85 Jahre dauerte.

Señor Wences, der im Alter von 103 Jahren gestorben ist, galt unter seinen Kollegen als der technisch versierteste Bauchredner im Showgeschäft. Der gebürtige Spanier war ein beliebter Künstler in Amerika und in Großbritannien, wo er seine Sprüche in gebrochenem Englisch sprach. Seine berühmteste Nummer entstand durch einen Unfall, als 1936 auf dem Weg zu einer Show in Chicago seine Puppe Pedro bei einem Unfall im Gepäckwagen der Bahn zerquetscht wurde. Nur Pedros Kopf blieb unversehrt, und so improvisierte Wences, indem er mit einer Kiste auf die Bühne kam, in der sich Pedros Kopf befand. Er öffnete die Schachtel, um den abgetrennten Kopf freizulegen, und fragte, ob es der Puppe "gut geht". "S'awright!", knurrte die Puppe. Die Kopf-in-der-Schachtel-Nummer blieb Wence' beliebteste Nummer, und "S'okay? S'awright" wurde zu seinem Schlagwort.

Wences war einer der ersten Bauchredner, der eine Puppe aus seiner eigenen Hand machte, indem er ihr eine winzige Perücke aufsetzte, ein Paar wackelige Plastikaugen anbrachte und seinen mit Lippenstift verschmierten Daumen und Zeigefinger als Mund der Figur verwendete.

„Johnny“ (ausgesprochen „Yonny“), wie die Puppe genannt wurde, sang spanische Balladen in einem schrillen Falsett, das Wences vergeblich versuchte, durch das Stopfen des „Mundes“ mit einem Taschentuch zu unterdrücken. Die Puppe sang auch dann noch weiter, wenn Wences zu rauchen begann, und wenn man ihr eine Zigarette anbot, schaffte es Johnny irgendwie, Rauchringe zu blasen.

Senor Wences wurde im Alter von 15 Jahren einer der jüngsten Matadore Spaniens, zog sich aber aus der Stierkampfarena zurück, nachdem er schwer verletzt wurde. Trotz der Proteste seiner Eltern schloss er sich einem Wanderzirkus an, wo er sich als Bareback-Reiter, Jongleur, Clown und Akrobat bewährte. Wences, der schon als Kind seine Fähigkeiten als Stimmen-Künstler entdeckte und weiterentwickelte, trat 1914, im Alter von 18 Jahren, erstmals als Bauchredner in Salamanca auf. Nachdem er 1934 nach Amerika ausgewandert war, konzentrierte er sich ganz auf die Bauchrednerei.

In London trat Wences erstmals 1937 in einer Show im Berkeley Hotel auf, später im selben Jahr trat er bei der Royal Variety Performance auf. Zurück in Amerika trat er mehr als 50 Mal im Fernsehen in der Ed Sullivan Show auf, tourte mit Dean Martin und Jerry Lewis durch das Land und trat am Broadway mit Danny Kaye auf. Er arbeitete in bekannten Theatern und Varietés und hatte auch Erfolg im Kabarett und beim Film.

1948 kehrte er nach London zurück, um eine Saison im Londoner Casino zu spielen. Dies sollte der erste von vielen Auftritten in der Nachkriegszeit auf der britischen Bühne und im Fernsehen sein.

In den 1970er Jahren zog er nach Paris, wo er 10 Jahre lang im Crazy Horse Cabaret in drei Sprachen auftrat. In Großbritannien trat er zuletzt 1982 in der Paul Daniels Magic Show des BBC-Fernsehens auf.

In seinen späteren Jahren zog Wences zurück nach Nev York, verbrachte aber sechs Monate im Jahr in Spanien. Mit 102 Jahren zog er sich aus dem Showgeschäft zurück. Im Laufe seiner über 80-jährigen Karriere im Showgeschäft erhielt Wences zahlreiche Auszeichnungen. 1988 wurde ihm auf dem Internationalen Zirkus in Madrid eine besondere Medaille und 1991 in Las Vegas eine besondere Trophäe zu Ehren seiner phänomenal langen Karriere verliehen.

Auszeichnungen

Weblinks

Quellen

  • Linking Ring, 33. Jahrgang, Heft 2, April 1953, Seite 40
  • Linking Ring, 36. Jahrgang, Heft 5, Juli 1956, Seite 45
  • Irving Desfor: Great Magicians in Great Moments, 1983, Seite 162

Nachweise

  1. Francisco Alvarez: Juggling, Its History and Greates Performers, 1984, Seite 108
  2. Linking Ring, 31. Jahrgang, Heft 1, März 1951, Seite 37