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Reisschalen

Aus Zauber-Pedia
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Faborini mit den Reisschalen

Der Begriff Reisschalen beschreibt in der Zauberei ein Kunststück, bei dem sich eine bestimmte Menge Reis zwischen zwei Schalen zunächst verdoppelt und sich anschließend in Wasser verwandelt.

Beschreibung

Der Vorführende füllt eine handgroße Schale mit Reis. Auf die Öffnung der Schale setzt er ebenfalls mit der Öffnung eine zweite Schale. Nach einem kurzen Hin- und Herschütteln der beiden Schalen wird die obere vorsichtig angehoben. Es quillt eine große (verdoppelte) Menge Reis hervor. Anschließend werden die Schalen erneut (Öffnung auf Öffnung) aufeinandergesetzt. Wird die obere Schale nach wenigen Sekunden abgenommen, scheint der Reis verschwunden zu sein, da nun aus der Schale Wasser gegossen werden kann.

Geschichte

Oftmals wird diese Kunststück auch mit Chinesische Reisschalen bezeichnet. Wahrscheinlich angeregt durch Vorführungen des Zauberünstlers Chung Ling Soo (William E. Robinson), der dieses Kunststück in seiner Darbietung zeigte. Tatsächlich soll es jedoch aus Indien stammen.

Eine frühe Erwähnung finden die Reisschalen 1899 dem Periodikum Mahatma unter der Bezeichnung japanische Reisschalen. [1]

In einem Katalog der Firma Thayer von 1919 wird es mit zum ersten Mal zum Kauf angeboten.

Der deutsche Zauberhändler W. Geissler-Werry brachte eine spezielle Version 1978 heraus: Super Rice Bowls. Anstelle von Reis verwandte er weißes Kunststoffranulalt. Für die Verdoppelung des Granulats stellte er ein spezielles Hilfsmittel her.

Die Firma Petrie Lewis offerierte das Kunststück in den 1920er Jahren unter der Bezeichnung The Great Brahman Rice Bowls. Die Schalen waren aus Metall gefertigt.[2]

Bekannte Vorführer

Literatur (Auswahl)

  • Chinesisches Reiswunder, in: Martin Michalski: Der perfekte Magier, 1960, Seite 60 ff.
  • A Rice Bowl Idea, in: Linking Ring, 30. Jahrgang, Heft 7, September 1950, Seite 48
  • The Chinese Rice Bowls, in: For Magicians Only, Charles Waller, 1923, Seite 46
  • The Glass Rice Bowls, in: The Magic World, 6. Jahrgang, Nr. 10, Januar 1923,Seite 139
  • Prelude to The Rice Bowls, in: The Wizard, Roy Green, 2. Jahrgang, Heft 21, Dezember 1948 Seit 298
  • An Old ”Brick“ with New Corners, in: Magic of the Depots, Harry Leat, 1924, Seite 44
  • Rice Bowls Up-To-Date, in: Genii, 5. Jahrgang, Heft 5, Januar 1941, Seite 155
  • Seilvase, Reisschalen und Tamburin, in: Magie, 39. Jahrgang, Heft 4, April 1959, Seite 113
  • Tip zu den Chinesischen Reisschalen, in: Magische Welt, Uwe Bury, 47. Jahrgang, Heft 2, Seite 112
  • Ein neues Prinzip für die Reisschalen, in: Magie, 64. Jahrgang, Heft 5, Mai 1984, Seite 144

Quellen

Whaley's Encyclopedic Dictionary of Magic, Bart Whaley, Jeff Busby, 1989, Seite 571

Nachweise

  1. Mahatma, 3. Jahrgang, Nr. 1, Juli 1899, Seite 258
  2. Anzeige in: The Sphinx, 19. Jahrgang, Heft 8, Oktober 1920, Seite 270