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Michael August Schichtl

Aus Zauber-Pedia
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Michael August Schichtl (* 22. Oktober 1851 in München; † 16. Februar 1911 ebenda) war ein deutscher Schausteller.

Leben

August Schichtl wurde in eine alte bayerische Schausteller-, Puppenspieler- und Artistenfamilie hineingeboren. Zunächst erlernte er das Korbmacherhandwerk, interessierte sich aber auch zunehmend für die Ausbildung zum Salonmagier, die sein Bruder Franz August bei Anton Gaßner absolvierte.

1869 eröffnete er zusammen mit seinen Brüdern Franz August und Julius das Schichtl-Illusions-Theater. Mit diesem trat er in Süd- und Mitteldeutschland auf Volksfesten und Märkten auf. Besonders bekannt wurden die Auftritte auf dem Münchner Oktoberfest, wo Michael August Schichtl als Ausrufer zu einem Original wurde. Die Truppe in diesem Theater bestand aus 25 Mitwirkenden, zum großen Teil Mitglieder der Schichtl-Familie. Neben klassischer Zauberei wurden Geistererscheinungen, Artistik, Schlangentänze u. a. gezeigt.

Anders als andere Theaterdirektoren entließ er seine Mitarbeiter nicht im Winter in der vorstellungsfreien Zeit, sondern bot ihnen im Theater eine warme Unterkunft. Das brachte ihm Anerkennung und den Beinamen „Papa Schichtl“ ein.

1872 wurder erstmals Enthauptung einer lebendigen Person mittels Guillotine gezeigt, was bis heute zur Hauptattraktion der Schichtl-Schaubude ist.

Nach dem Tode von Michael August Schichtl wurde das Theater an den Ziehsohn von Michael August Schicht, Johann Eichelsdörfer verkauft, der als Clown in der Schichtl-Truppe arbeitete. Nach dessen Tod im Jahre 1954 führte seine Frau Franziska Eichelsdorfer die Tradition fort, bis sie das Theater 1985 aus Altersgründen an Manfred Schauer verkaufte.

In München wurde am 5. November 1931 eine Straße zu Ehren Michael August Schichtls als Schichtlstraße benannt.

Quellen

  • Laymann, Markus: München Magisch, Club der Zauberer München e.V., 2017, S. 20ff - Auf geht's beim Schichtl
  • Le Grand, Guillaume: Auf geht's beim Schichtl, in: Magische Welt, 38. Jg., Heft 2/1989, S. 159ff
  • Martin: Altmünchner Zauberkünstler, in: Magie, 29. Jg., Heft 5/1949, S. 66

Weblinks