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Kartenzauberkunst

Aus Zauber-Lexikon
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Kartenzauberkunst beschreibt das Vorführen von Kunststücken mit Spielkarten.

Allgemein

Die Kartenzauberkunst nimmt innerhalb der gesamten Zauberkunst den größten Raum ein. Die Literatur zu diesem Thema ist kaum überschaubar.

Spielkarten üben einen großen Reiz aus, da mit ihnen fast alle Effekte der Zauberkunst möglich sind: Karten können erscheinen, verschwinden, sich verwandeln, gedacht und erraten werden und sogar schweben.

Ottokar Fischer schrieb dazu in seinem Wunderbuch der Zauberkunst[1]: Kein Denkmal könnte würdig und mächtig genug sein, das die Zauberkünstler aller Länder dem sagenhaften Erfinder der Spielkarten errichten sollten, damit sie ihm den gebührenden Dank für das unschätzbare Zubehör ausdrückten, das er der Zauberkunst in Gestalt des Kartenspiels geschenkt hat. Während zahlreiche, sinnreich aufgebaute mechanische Zauberapparate entstanden und der Vergessenheit wieder anheimgefallen sind, beherrscht das einfache Kartenspiel dank der unerschöpflichen Zusammenstellbarkeit der 32 oder 52 Kartenblätter seit Jahrhunderten unverändert und unumschränkt fast die Hälfte der gesamten Gruppe der magischen Kunst.

Denis Behr [2]: Karten sind das absolut vielseitigste Requisit, das wir zur Verfügung haben. Es wurde sicher mehr über Karten veröffentlicht als über sonst etwas – natürlich Gutes und Schlechtes. Es gibt kaum einen Effekt, den man mit Karten nicht realisieren kann. Es ist ein wenig wie beim Klavier, das als Soloinstrument eine ähnliche Sonderstellung einnimmt. Es gibt eine gigantische Klavierliteratur für alle Stilrichtungen, und wenn einem ein Werk gefällt, das nicht für das Klavier komponiert ist, schreibt man dafür einfach eine Transkription, was mit quasi allem möglich ist, da das Klavier so viel hergibt. Karten können wandern, erscheinen, verschwinden, sich verwandeln, sich durchdringen, sich vermehren oder ihre Größe ändern, können für mentale Effekte wie Gedankenlesen, Vorhersagen, Pseudo-Psychometrie verwendet werden, man kann damit Geschick­lichkeits-Stunts, topologische Wunder oder Gedächtnisleistungen demonstrieren.

Mit sehr wenig Gepäck kann man beinahe stundenlang vorführen, ohne sich im Effektthema zu wiederholen.

Zum anderen hat man neben quasi allen Effektthemen zu deren Umsetzung auch ein riesiges Spektrum an Methoden zur Verfügung. Da gibt es natürlich Fingerfertigkeit und tausende von Techniken und Griffen aber auch präparierte Karten und Spiele, gelegte Spiele, externe Gimmicks, eine Menge mathematische und physikalische Prinzipien sowie rein psycho­logische Techniken. Die Kombination von mehreren dieser Methoden erlaubt unerhört täuschende Kunststücke, die Zuschauer einfach komplett und profund täuschen.

Ein weiterer Punkt: Mit Karten kann man improvisieren, Herausforderungen erfüllen und auch ganz alleine im stillen Kämmerlein seinen Spaß haben. Es hat etwas Meditatives und Entspannendes, eine Stunde lang Karten aus der Hand auf den Tisch zu zählen und dabei Falschgebetechniken zu üben oder dubiose mathematische Kuriositäten mit vielen Päckchen und Faros auszuprobieren oder gar zu erfinden ... (Zitat-Ende)

Bekannte Kartenzauberkünstler

Bekannte Präsentationsformen

Karten ziehen lassen

Für die Zuschauer ist dies das Kartenkunststück an sich: Es wird eine Karte gezogen, gemerkt und wieder in das Spiel gegeben. Dieses wird gemischt und abgehoben. Dem Zuschauer wird vermittelt, dass der Vorführer selbst keine Kontrolle mehr über die Karte ausübt. Dennoch ist er in der Lage, die Karte zu finden.

Karten denken lassen

Anstelle des Ziehens einer Spielkarte aus einem Spiel, wird der Zuschauer aufgefordert, an eine Karte nur zu denken. Mit Hilfe verschiedener Methoden findet der Vorführer diese gedachte Karte oder kann sie benennen.

Karten-Verwandlungen

  • Die Werte auf den Spielkarten verwandeln sich: Asse werden zu Königen, Damen zu Buben, eine x-beliebige Karte verwandelt sich in die vom Zuschauer gemerkte.
  • Bedruckte Karten verwandeln sich in unbedruckte, Blankokarten.

Karten-Wanderungen

Spielkarten tauschen ihre Plätze mit anderen Karten

Karten-Auffinden

Das Karten-Auffinden kann sich unterschiedlich darstellen:

  • Die Karte erscheint im Spiel in verkehrter Position: Rücken gegen Rücken aller anderen Karten
  • Die Karte erscheint nicht im Spiel, sondern außerhalb: in einem Behälter, unter einem Gegenstand
Die Karte wird aufgespießt, z. B. mit einem Messer oder Degen, siehe Kartendegen
  • Die Karte wird buchstabiert
  • Die Karte steigt selbstständig aus dem Kartenspiel empor (Kartensteiger)

Kartenmanipulationen

  • Karten erscheinen zwischen den leer gezeigten Händen des Vorführers, sie vermehren sich, zeigen – bedingt durch speziell farbig gestaltete Rückseiten – unterschiedliche Fächerformen.

Karten-Zerstörungen

  • Eine Spielkarte wird zerrissen und wieder hergestellt.
  • Eine Spielkarte wird verbrannt und erscheint unversehrt an einer anderen Stelle

Karten-Geschicklichkeiten

Kartenspiele werden zwischen den Händen des Vorführers mehrfach abgehoben, aufgeblättert und jongliert. Sie werden Bumerang-artig in die Luft geworfen und wieder aufgefangen. Karten werden in den Zuschauersaal geschleudert. XCM[3]

Unmögliche Kartenfaltungen

In Spielkarten werden Muster geschnitten und derart gefaltet, dass oftmals unmögliche Formen entstehen, als ob in einer regulär gedruckten Spielkarte Teile der Karte verdreht, Rückseite gegen Bildseite, liegen. [4]

Spezielle Spielkarten

Siehe dazu die Kategorie:Trickspielkarten

Referenzen

  1. Wunderbuch der Zauberkunst, Seite 109
  2. In Magische Welt, Heft 5, 2006, Seite 261
  3. Mirko Ferrantini, Magische Welt/Kunststücke, Heft 10/2010, Extremes
  4. Ralf Rudolph in Magische Welt, Hefte 5 und 6, 60. Jahrgang, 2011, S. 202 und 252