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Hermann Mielenhausen

Aus Zauber-Lexikon
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Hermann Mielenhausen auf der Titelseite der MW, Heft 4, 4. Jahrgang, 1955

Hermann Mielenhausen (* im 20. Jahrhundert, bl. 1930–1960) war ein deutscher Grafiker und Amateurzauberkünstler, der Jahrelang die Fachzeitschrift Magische Welt betreut hat. In seinen letzten Jahren hat er im Bereich Soest/Westfalen gelebt.

Leben

Hermann Mielenhausen war von Haus aus Kaufmann. 1939 trat er dem Verein Magischer Zirkel von Deutschland bei.[1]

In der Zeitschrift Magischen Welt, Heft 4, 1955, 4. Jahrgang, erschien über ihn Folgendes:

Wissen Sie, lieber Leser, was ein Idealist ist? – Alle Mitarbeiter der Magische Welt sind mehr oder weniger Idealisten. Sie alle geben, ohne etwas zu nehmen. Sie schenken ihre Ideen, ihr Wissen, ihre Arbeit und Zeit der großen Familie der M.W.-Leser – der deutschen Magierschaft. Einer dieser selbstlosen Idealisten ist der Magier Hermann Mielenhausen, seines Zeichens Graphiker. Was er für die Magische Welt getan hat und noch tut, ist mehr, als man im allgemeinen von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter erwarten darf.

Sehen wir uns doch mal die M.W. an. Die Titelseite: Entwurf Mielenhausen. Die Illustrationen: zum großen Teil aus der Feder von Mielenhausen. Das Kartensteigerbuch: ins Deutsche übertragen von Mielenhausen – von anderen Beiträgen verschiedenster Art ganz zu schweigen.

Können Sie sich davon einen Begriff machen, was es heißt, ein 190 Seiten starkes Werk im Großformat aus dem Französischen ins Deutsche zu übertragen? Umsomehr, wenn man durch seinen Beruf mit Arbeit überlastet ist? Was Mielenhausen geleistet hat, ist mehr als eines Lobes wert. Man soll noch in 100 Jahren – wenn die heutigen Ausgaben der Magische Welt längst Seltenheitswert erlangt haben und der Idealismus vielleicht restlos ausgegestorben ist — ausrufen: „Donnerwetter, der Mielenhausen damals, das war ein Idealist, wie es zu jener Zeit nur wenige gegeben hat!“ Lassen wir Mitarbeiter Mie. mal selbst zu Wort kommen:

„Na, die Überrumpelung ist Ihnen gut gelungen, lieber Werry! Da Sie mich aber nun einmal – wenn auch meuchlings – ins Licht der „M.W." gezerrt haben, will ich nicht kneifen sondern etwas von mir erzählen. Erwarten Sie aber keine heiteren Erlebnisse und tolle Sensationen, nichts von rauschenden Erfolgen einer glänzenden Magierlaufbahn, nichts über Fronteinsätze (obwohl auch Frontsoldat) und nichts über interessante Begegnungen. Ich bin, wenn Sie so wollen, weniger ein Akteur auf der großen Bühne unserer Kunst, als ein Handlanger hinter den Kulissen. Ohne jede zaubernde Verwandschaft war ich ein ganz normales Kind bis ich zwar nicht den oft zitierten Nürnberger Zauberkasten, sondern ein dünnes Heft „Zauberapparate selbst herzustellen" bekam. Mit Basteln also fing es an. Später folgten dann die – ach, so teuren – Katalogbekanntschaften der Appqratefabrikanten.

Horster war es, der mir dann den Weg in den damaligen MZ ebnete. Nach Krieg und Gefangenschaft „wählte ich die Freiheit" und fühle mich nun in der neuen magischen Welt sehr wohl. Meine besondere Vorliebe? Da sind es zunächst – mir selbst unerklärlich – alle Kunststücke mit Würfeln (Kubusse), ferner Kartenkunststücke auf mathematischer Grundlage und als neue Liebe: Mentaltricks. Einige Mikrosachen schlepp ich stets mit mir herum. Vor allem aber ist es die psychologische Seite unserer Kunst, die mich immer wieder beschäftigt.

Bekannte und Verwandte sind meine wehrlosen Opfer. Meine Hauptaufgabe erblicke ich aber darin, jedermann mit meiner Ansicht über das wahre Wesen der Zauberkunst zu behelligen. Ich stelle nämlich immer wieder fest, daß es gerade die sogenannte Intelligenz ist, welche die Magie oft mit billigem Jahrmarktsschwindel gleichsetzt. Hat man hierbei einen völlig humorlosen Menschen vor sich, ist freilich alle Überzeugungskraft für die Katz'. Leider ist diese Spezies Mensch sehr verbreitet, denn die Deutschen sind, trotz Jean Paul, Reuter und Wilhelm Busch, eine humorlose Rasse. Aber das ist ein Kapitel für sich. Freuen wir uns umsomehr, daß bei unsrer Kunst der Humor nicht erst um Asyl bitten muß, sondern ein gern gesehener, ja notwendiger Gast ist.

Doch genug; die Leser werden ohnehin schelten wegen dieses unwichtigen Beitrags. Seien Sie und alle mir unbekannten Leser der „M.W." gegrüßt. Solange mich kein Zipperlein plagt, werde ich Zeichen- und Schreibfeder für die Magische Welt führen."

Anmerkungen

Hermann Mielenhausen wurde 1957 von Walter Wenger abgelöst. Zwar schrieb Mielenhausen noch eine Zeitlang für die MW, allerdings war er zunehmend mit den Textkorrekturen von Wenger an seinen Arbeiten nicht einverstanden.

Übersetzungen

  • Das Kartensteiger-Buch, Claude Isbecque als Serie in der MW, Folge 1 bis Folge 28 (MW 1958, Heft 6)

Artikel in Magie

  • Eine Komponisten-Revue, in: 23. Jahrgang, Heft 1, Januar 1940, Seite 13

Artikel in der Magischen Welt

  • Aus meinem Bastelbuch (Winke u.Kniffe), Heft 2, 6 Jahrgang, 1957, Seite 42
  • Ausgestrichene, Heft 4, 12 Jahrgang, 1963, Seite 117
  • Drei Knaben jung, Heft 4, 3 Jahrgang, 1954, Seite 102
  • Etwas zu Spielkarten Speelkaarten , Heft 1, 5 Jahrgang, 1956, Seite 20
  • Groß Siegelbewahrer, Heft 4, 4 Jahrgang, 1955, Seite 99
  • Haben Sie schon eine Fototasche?., Heft 3, 6 Jahrgang, 1957, Seite 70
  • Influenza magica, Heft 6, 5 Jahrgang, 1956, Seite 181
  • Lanze für das mag.Kochrezept , Heft 4, 6 Jahrgang, 1957, Seite 83
  • Lied des Magiers (Gedicht) , Heft 1, 6 Jahrgang, 1957, Seite 20
  • Lied eines Magiers, Heft 1, 6 Jahrgang, 1957, Seite 20
  • Mag.Fachliteratur Marktware für Jedermann?, Heft 1, 5 Jahrgang, 1956, Seite 3
  • Magischer Tip: Tuchkaschee Fleischfarbe., Heft 5, 3 Jahrgang, 1954, Seite 120
  • Neuer Zigarettengriff, Heft 1, 2 Jahrgang, 1953, Seite 17
  • Noch einmal: Kochrezept für und wider , Heft 6, 6 Jahrgang, 1957, Seite 159
  • Roman Magie, Heft 3, 6 Jahrgang, 1957, Seite 67
  • Teufelswürfel (für den Bastler) , Heft 5, 2 Jahrgang, 1953, Seite 103
  • Vorspiel zum Billardballtrick, Heft 5, 7 Jahrgang, 1958, Seite 147
  • Vorspiel zum Billardballtrick, Heft 1, 8 Jahrgang, 1959, Seite 18
  • Vorspiel zum Billardballtrick, Heft 2, 8 Jahrgang, 1959, Seite 47
  • Vorspiel zum Billardballtrick, Heft 4, 7 Jahrgang, 1958, Seite 111
  • Zauberkunst (Graf Klinckowstroem), Heft 6, 3 Jahrgang, 1954, Seite 169
  • Zwei Magier und 10 Minuten , Heft 2, 2 Jahrgang, 1953, Seite 38

Nachweise

  1. Magie, 22. Jahrgang, Heft 5, 1939, Seite 196