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Ferdinand Becker

Aus Zauber-Lexikon
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Dieser Artikel behandelt den deutschen Zauberkünstler Ferdinand Friedrich Becker, zu anderen Namensträgern siehe Becker.


Ferdinand Friedrich Becker (* 1813; † 1855 in Mohilew, Russland) war ein deutscher Zauberkünstler.

Leben

Der ehemalige Compagnon von Bartolomeo Bosco nannte sich „Professor der Physik und Magie“ und „königlich preussischer Hofeskamoteur“.

Ab Anfang der 1830er Jahre gab er eigene Vorstellungen der „Natürlichen Magie und egyptischen Zauberei“ und hatte bereits 1833 Frankreich, Italien, Deutschland und Rußland bereist.

Sein Schüler Alexander Heimbürger charakterisiert ihn folgendermaßen:

„Becker’s Vaterstadt war Berlin, wie in Fettschrift auf seinen Ankündigungszettel stets zu lesen war. Vielleicht lag hierin auch die Ursache, dass er beständig mit dem Dativ und dem Accusativ auf schlechtem Fuße stand. Seine Schulbildung war überhaupt eine beschränkte. Bei einem Klempner in die Lehre gebracht, nahm er nach Beendigung derselben bei dem seiner Zeit berühmten Eskamoteur Bosco, der bei seinem Meister verschiedene Apparate hatte anfertigen lassen, Dienst. Nachdem er im Laufe zweier Jahre sich eine genügende Kenntniss auf dem Gebiete der Taschenspielerkunst erworben zu haben glaubte, versuchte er sein Heil auf eigene Rechnung, ging auf die Wanderschaft, creirte sich zum Professor und brachte es nach mancher Ebbe und Fluth allmählich bis zu den gegenwärtigen Erfolgen. Unter dem Beistande einer sehr einsichtsvollen, häuslichen Frau war es ihm gelungen, ein nicht unbedeutendes Vermögen sich zu erwerben, wodurch es ihm ermöglicht wurde, sich in glänzender Weise einzurichten, und sich mit einem gewissen äußeren Pomp zu umgeben. […] Von Natur mit manchen guten Anlagen ausgestattet, hatte er in den späteren Jahren entweder keine Zeit oder auch keine Neigung gehabt, das Versäumte durch Selbststudium auszugleichen. Das Lesen und Studiren belehrender Schriften schien ihm ebenso überflüssig wie lästig. Wozu bedurfte er dessen auch, da er ja ohnehin Geld genug verdiente?“

Heimbürger berichtet auch, dass Becker irgendwann in den 1850er Jahren seine Frau in Russland verlor, „und sich zu einer neuen Verbin- 38 Becker dung entschlossen hatte. Diese nahm für ihn einen unglücklichen Ausgang, da alsbald eheliche Zerwürfnisse und verfehlte Spekulationen sein bis dahin erfolgreiches Künstlerleben durchkreuzten, bis er zuletzt unter drückenden Nahrungssorgen einem längeren Siechthum erlag.“[1] Pro Vorstellung zeigte Becker etwa 20 Zauberkunststücke. Eines seiner Hauptkunststücke war, vom Publikum erbetene Ringe mit einer Kanone scheinbar in die Luft zu schießen – um dann plötzlich am anderen Ende des Theaters aufzutauchen, mit eben diesen Ringen an den Händen.

Den Schluss seiner Vorstellungen bildete jedesmal die spektakulär vorgeführte „Enthauptung“ auf offener Bühne, die er seit etwa 1839 im Programm hatte. Im Beiprogramm sah man in den 30er Jahren eine „Ansicht von St. Petersburg bei Brillantbeleuchtung“, 1840/1 war er mit dem Athleten Heinrich Kross (Krosso) assoziiert; 1848 wurden „humoristische Vorträge à la Saphir“ geboten; etwa ab 1848 produzierte sich sein Sohn Rudolph als Akrobat; seine zweite Frau Claire Marie arrangierte etwa ab 1851 „Academien lebender Bilder“.

Quellen

Nachweise

  1. A. Heimbürger, Band 1, Seite 176–179, Band 2, Seite 117