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Duale Realität

Aus Zauber-Pedia
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Doppelte Realität (Dual Reality) bezeichneet ein Prinzip in der Zauberkunst, das vielfältig zu Anwendung kommt.

Beschreibung

Viele Zauberkunststücke beinhalten Interaktionen zwischen dem Zauberer und einem ausgewählten Mitglied des Publikums. Dabei wird implizit davon ausgegangen, dass der ausgewählte Zuschauer dieselbe Abfolge von Ereignissen erlebt wie der Rest des Publikums. Doch diese Annahme ist oft falsch. Daher nutzen Zauberkünstler oft die Diskrepanz zwischen dem Verständnis eines Ereignisses durch verschiedene Personen aus, die als Prinzip der doppelten Realität bekannt ist. So kann der Zauberkünstler z. B. durch ein Kunststück dafür sorgen, dass der Mitspieler ein anderes Ereignis erlebt als der Rest des Publikums, während er durch sprachliche Feinheiten beide Parteien davon überzeugt, dass sie dasselbe Ereignis erlebt haben. Das Konzept der doppelten Realität ist ein äußerst wirkungsvolles Prinzip in der Zauberkunst.

Eines der ersten Kunststücke, das auf dem Prinzip der "Dualen Realität" beruht, wurde sehr wahrscheinlich um 1970 von Tony Binarelli vorgeführt.[1]

Zitat

Das Konzept der doppelten Realität im Mentalismus ist eine der stärksten Waffen in unserem Gebiet. Ob es nun darum geht, im Vorfeld einer Show etwas zu arrangieren, das später enthüllt werden soll oder ob wir mit einem eingeweihten Zuschauer, der aus der Situation heraus zu dem wird („Instant Stooge“), arbeiten, es sind verblüffende Wunder für uns möglich. Ich habe festgestellt, dass dies besonders auf Medienauftritte zutrifft. Die Zuhörer oder Zuschauer zu Hause haben keine Ahnung, was vor der Ausstrahlung zwischen Ihnen und dem Moderator passiert ist. Die Karte, die Information, das Wort oder das Bild, mit dem sie vorher in Berührung gekommen sind, kann später scheinbar einfach aus ihrem Kopf „gerissen“ werden, als hätten sie es gerade erst begriffen. Was jetzt scheinbar ein Gedanke ist, kann durchaus eine Sache sein, die ihnen vorher aufgezwungen wurde. Das geniale „Instant Stooge“-Prinzip findet sich in einigen Effekte wieder. Besonders wirkungsvoll ist es jedoch, wenn das Prinzip als einfacher Trick für den Zuschauer, der mit Ihnen arbeitet, und als größerer Effekt für alle anderen verwendet wird. James Biss.

Literatur

  • James Biss, Mind Blowing: The Date Game – Reveled, in: Second Thoughts on Messing with Minds, 2009, Seite 287
  • Luke Jermay: Building Blocks, 2003, Seite 88
  • Jim Kleefeld: Mind Craft: Realt to Whom, in: M-U-M, 106. Jahrgang, Heft 12, Mai 2017, Seite 50
  • Nathan Kranzo: The Kran-Zone: Have you ever played with a Mene-Tekel-Deck?, in: M-U-M, 100. Jahrgang, Heft 10, März 2011, Seit 80
  • Ian Rowland: Loving Mentalism – No Juice Dupe, in: Magic (Magazine), 21. Jahrgang, Heft 6, Februar 2012, Seite 70
  • Nimrod Harel: Shalosh 3, Stage Work, 2008 ca., Seite 5
  • Manfred Zöllner über Social Distortion, von Andrew Mayne, in: Magische Welt, 57. Jahrgang, Heft 6, 2008, Seite 346

Quellen

  • Gustav Kuhn, Hugo A. Caffaratti,Robert Teszka, Ronald A. Rensink: A psychologically-based taxonomy of misdirection, Frontiers in Psychology, Vol. 5, Article 1392, 9. December, 2014

Nachweise

  1. Linking Ring, 95. Jahrgang, Heft 12, Dezember 2015, Seite 149