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Ali Bongo

Aus Zauber-Lexikon
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Ali Bongo; Foto: Wittus Witt

Ali Bongo (* 8. Dezember 1929 als William Oliver Wallace; † 8. März 2009) war ein britischer Zauberkünstler, Berater, Erfinder und Autor.

Leben/Wirken

Der in Indien gebürtige Zauberkünstler war Fachberater für viele Zauberkünstler. Als studierter Designer und Illustrator hat er eine Fülle von Zeitschriften und Büchern betreut. Viele Jahre lang präsentierte er die komödiantische Darbietung „Der Scheich aus Arabien”. Über Jahrzehnte beriet er u. a. die Fernsehzauberkünstler ➟ David Nixon, ➟ Paul Daniels und auch ➟ Wittus Witt.

Ali BongosVater war als Ober­stabsfeldwebel in der britischen Armee tätig. In einer Ausgabe der „India Times“ fand der 6-jährige William die Beschreibung eines Zauberkunststückes, das ihn faszinierte und das er einem geduldigen Onkel vorführte.

Als er Teenager war, kehrten seine Eltern mit ihm nach England zurück. Hier besuchte er die Sutton Valence Schule in Kent. In dieser Zeit begann William bereits, seine ersten eigenen Kunststücke zu erfinden. Ihm war nicht bekannt, dass es großartige Zaubergeschäfte in seiner Nähe (rund 80 km Entfernung) in London gab. Er gründete in dieser Zeit den Crimson Circle Conjuring Club und brachte auch gleich ein selbst gezeichnetes und illustriertes Zaubermagazin heraus. Auch wenn er in der Schule durchaus erfolgreich war, galt seine Liebe bereits ganz und gar der Zau­ber­kunst. Mit 17 Jahren hatte er den Status eines Semi-Profis. Er trat auf Kinder­geburts­tagen in der Umgegend von Kent auf.

In einem der Orte schloss sich William einer Pantomimengruppe an und spielte in einem Stück die Rolle des „Ali Bongo“: ein verrückt-komischer Koch auf einem Schiff; ganz ohne Zauberei. William spiel­te die Rolle sehr gut und im Laufe der Vorstellungen integrierte er zu Freude der Zuschauer immer mehr Zauberkunststücke. Der Ali Bongo war geboren. Nach der Schule arbeitete Ali Bongo zunächst im Büro von Gestetner Dupli­cators (eine Firma für Foto­kopierer und Büro­artikel), um dann für zwei Jahre zur britischen Arme zu gehen. In dieser Zeit schrieb er bereits für Zauber­zeitschriften und erfand weitere Zau­berkunststücke. Nach der Armee-Zeit ging er wieder nach Kent zurück und arbeitete nun drei Jahre lang für eine Druckerei, trat jedoch nebenher weiter als Zauberkünstler auf.

1947 gründete er mit anderen Zauberern zusammen die Medway Magical Society, die heute noch existiert. Im selben Jahr brachte Ali einige Zauberkunststücke heraus, die von der Firma „Zaharee“ (früherer Firmen­name von Roy Baker ( * 1921–2006) vermarktet wurden.

1954 zog Ali schließlich nach London. Hier arbeitete er zunächst für Harry Stanley zusammen mit Ken Brooke. Er gestaltete Zauber­re­qui­siten, schrieb und illustrierte die Anleitungen dafür und half auch, Ware zu verpacken und zu versenden.

1956 wechselte er zum Chavels Zaubergeschäft, um schon bald danach der Leiter der Zauberabteilung in Hamleys Spielzeugladen auf der Regent Street zu werden.

Zwischenzeitlich formte Ali seine „verrückte“ Nummer zu einer Sprech­darbietung, die aber dadurch nicht komischer und besser wurde. Also verzichtete er bald wieder darauf, während der Darbietung zu reden. Allerdings gewann er noch mit der gesprochenen Version 1962 in Brighton einen Preis. Später hat Ali einmal über stumme Nummern Folgendes gesagt: „Eine stumme Nummer ist eine große Herausforderung im Bereich der Unterhaltung. Der größte Nachteil daran ist nun mal die fehlende akustische Kommunikation. Ich versuche dies mit vielen Geräuschen und mit Mimik zu kompensieren. Man muss das Publikum hauptsächlich mit optischen Mitteln reizen, die Aufmerksamkeit nicht zu verlieren.“ Ali hat viel von den damaligen Comedy-Stars gelernt und sie intensiv beobachtet: Chaplin, Laurel und Hardy und Harold Lloyd.

1964 wurde Ali Bongo von Werner Hornung entdeckt, mit dem er etliche Tourneen durch Deutschland unter dem Titel Rendezvous der Zauberer unternahm. Danach ent­schloss sich Ali, nun haupt­be­ruflich Zau­ber­­künst­ler zu werden. Die Auf­tritte kamen ihm nun nur so zugeflogen. Auch das Fern­sehen wurde auf Ali aufmerksam.

1971 erschien er in der Serie Ali Bongo’s Cartoon Festival. Parallel dazu war er bereits der Berater von David Nixon (1919–1978), der mit seinen Zaubersendungen (The David Nixon Magic Box, und The David Nixon Magic Show) berühmt wurde. 1972 wurde Ali zum „Magician of the Year“ vom Magic Circle ernannt.

1973 war Ali Bongo der erste Zauberkünstler in England, der Uri Gellers vermeintliche „übernatürliche Kräfte“ entlarvte. Gut zwei Jahrzehnte lang war Ali – nachdem David Nixon gestorben war – der kreative Kopf hinter den „Paul Daniels TV Magic Shows“. Seine Darbietung „The Shriek of Araby“ entwickelte sich ebenfalls in dieser Zeit immer weiter, und es gab bald kaum einen internationalen Zauber­kongress, auf dem der „Scheich“ nicht zu sehen war. Obendrein war er auch gern gesehenes Jury-Mitglied vor allem bei den FISM-Kongressen.

Ali Bongo starb in einem englischen Krankenhaus, nachdem er während einer Se­minar­vorbereitung in Frank­reich einen Schlaganfall erlitten hatte.

Veröffentlichungen

  • Mein ganz geheimes Zau­berbuch, 1982
  • Seminarheft 1980
  • Seminarheft 1991

Zauberkasten

Quellen