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Adolphe Blind

Aus Zauber-Lexikon
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Adolphe Blind

Adolphe Blind (* 10. Oktober 1862 in Genf, Schweiz; † 23. August 1925) war ein Schweizer Zauberkünstler, Händler, Autor und Sammler.

Leben

Mit neun Jahren kam Blind durch den Besuch einer Zaubervorstellung zur Zauberkunst.

1878, im Alter von nur 16 Jahren gründete er in Genf das Zaubergeschäft "Bosco, Blind et Cie".

Von 1878 bis 1879 gab er in Genf die Zeitschrift Le Cagliostro heraus. Sie war von Hand geschrieben und wahrscheinlich die zweite Zauberzeitschrift überhaupt, mindestens aber die erste in französischer Sprache.

Blind war 1903 Mitbegründer der Association Syndicale des Artistes Prestidigitateurs (ASAP). Außerdem war er eines der ersten Mitglieder der Chambre Syndicale de la Prestidigitation (CSP).

In all den Jahren hat Blind eine bedeutende Sammlung zusammen getragen. Darin waren über 2.000 Büchern, knapp 1.000 Autografen und viele andere magische Stücke.

Während einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Genf starb Adolphe Blind am 23. August 1925 an einem Herzinfarkt.

Seine berühmte Sammlung wurde später von Jean Garance gekauft. Auf nicht nachvollziehbare Weise gelang die Sammlung schließlich in den Besitz des französischen Filmproduzenten Christian Fechner.

Er präsentierte einen großen Teil der Sammlung erstmals 1991 während des FISM-Kongresses in Lausanne. Nach dem Tode Fechners 2008 wurde ein Teil der Sammlung vom New Yorker Auktionshaus Swann Galleries versteigert.

Rund dreihundert deutschsprachige Bücher sowie ein umfangreiches Konvolut von Katalogen und Werbematerialien wurde 2009 in Berlin angeboten und im Auktionshaus Hauff und Auvermann versteigert. Der Erlös ohne Aufgeld betrug rund 100.000 Euro.

Noch kurz vor seinem Tod hatte Christian Fechner das deutschsprachige Werbematerial aus der Sammlung Blind von Peter Schuster in einer Monographie aufarbeiten lassen, das anlässlich des 3. Europäischen Sammler- und Historiker-Treffens in Berlin allen Teilnehmern gratis überreicht wurde.

Monographie, erstellt von Peter Schuster, 2007

Literatur

  • The Bibliography of Conjuring & Kindred Deceptions (1920, 84 Seiten, with Sidney W. Clarke)
  • Les automates truqués (1927)

Quellen

  • Nachruf in: Magie, 8. Jahrgang, Oktober 1925, Seite 66